Kollaborative Spinnwand macht Big Data greifbar

Auf dem THE WHITE PAPER Festival in Dachau haben wir erstmalig die Spinnwand genutzt, um mit den Festivalbesuchern in den Austausch zu Technologie, Auswirkungen und Ideen rund um das Thema Big Data zu treten.

169 mal haben Einzelpersonen und Gruppen ihre Meinung zu den 8 Fragestellungen mit Hilfe eines Wollfadens abgegeben. Die Auswertung der Ergebnisse, Zitate und Erkenntnisse findet ihr weiter unten in der Rubrik Auswertung.

Das Festival

Benefizfestival

für Musik, Design & Künste zu Gunsten sozialer Projekte

16./17. Juni 2017

in der Papierfabrik Dachau

Nachhaltig und Lokal

Musik, Kunst, Workshops, Performance, Poesie Kurzfilme, Kulinarik

Datenspinnerei

Die Spinnwand war einer der 8 angebotenen Festival-Workshops

Installation

Datenspinnerei

4 x 2 Meter Holzinstallation mit gelbem Filzstoff. Aus Windschutzgründen mit Seilen und Verklemmungen am Bahngleis gesichert.

8 Fragestellungen zu Big Data

16 Nägel um die eigenen Meinung darin einzuweben, Nägel für Start und Ziel, Körbe für "Wollvorrat"

Kollaboratives Kunstwerk als Ergebnis

2 Kilometer gesponnene Wolle ergab viele interessante Gespräche und Erkenntnisse. Mehr dazu in den unteren Rubriken Auswertung und Zitate

Auswertung der 8 Big Data Fragestellungen

Quelle: Auswertung von 169 gesponnenen Meinungsfäden auf dem THE WHITE PAPER Festival in Dachau vom 16. – 17. Juni 2017

Zusammenfassung und Interpretation

  • Obwohl die Big Data Technologien die Treiber der hier betrachteten Fragestellungen sind, bilden sich die Menschen ihre Meinungen nicht auf Basis der verwendeten Technologien. Vielmehr wird der für sie daraus entstehende Service mit den ethischen und sozialen Konsequenzen abgewogen. Die ist gut ersichtlich an der Meinungserhebung zu den beiden Fragestellungen Fallobst- und Obdachlosen-App, denen beide dieselbe technologische Basis zugrunde liegt. Big Data sind Technologien, die ethische und soziale Veränderungen treiben und als solches behandelt werden müssen.
  • Großer Bedarf an Wissensvermittlung und Austausch rund um Big Data bei den Teilnehmern
  • Relativ wenige Wege, die immer wieder gegangen werden
  • Relevanz des Themas für Menschen aller Altersgruppen, jeden Geschlechts und Bildungsgrads
  • 3 Fragestellungen Facebook, Obdachlosen-App und Internet-Kind mit Negativ-Bewertung > 90%
  • Keine eindeutige Aussage zu den Fragestellungen Google, Gesundheit und Lernroboter, daher differenzierte Betrachtung notwendig

Sinngemäße Zitate

Wir haben die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Kunst zum Anfassen
Wie kann ich mein Facebook-Profil sicher machen?
Gut, dass ihr das Thema Datenerhebung greifbar macht, das war schon lange überfällig.
Wie kann ich feststellen, dass ich Opfer eines Hackerangriffst wurde? Und was kann ich dann tun?
Ich trainiere Rentner im Umgang mit dem Internet. Wie bringt man diesen Personen bei, wie sie sich sicher verhalten können?
Als ich 10 war hat es einen Film gegeben, da wurde alles mit Kamera aufgezeichnet. Ich dachte mir, was für ein Schmarrn. Jetzt sind wir vielleicht bald soweit.
Wenn sich die Technik verselbstständigt ist das das Problem. Die Technik soll Assistent sein, nicht anders rum.
Ich will nicht, dass mich ein Unternehmen besser kennt als ich mich selbst. Deswegen habe ich Probleme, wenn mein Verhalten analysiert wird.
Was passiert mit diesen ganzen Bildern, die Apple aktuell auf eigenen Servern in USA speichert? Verliere ich tatsächlich die Rechte daran?
Was kann ich tun, wenn in Dubai meine Daten geklaut werden? Habe ich in einem anderen Rechtsstaat dann keine Chance?
Gibt es Alternativen zu WhatsApp und Facebook?

Erkenntnisse

  • Mehr Teilnehmer als gedacht haben kein Smartphone, nutzen den Computer nur bei der Arbeit oder haben noch nie online bestellt
  • Viele Teilnehmer haben mittlerweile gelernt bewusster mit den Technologien umzugehen, schalten ihr Smartphone regelmäßig aus, sind aufs Land gezogen etc.
  • Die jüngere Generation hat auch ein Datenbewusstsein und gibt die Daten nicht einfach so raus.